Eine Menge zu berichten... 
Vorwort

Nachdem ich mich jetzt eine ewige Zeit lang nicht mehr gemeldet habe, ist natürlich jede Menge geschehen, welches ich jetzt berichten werde. Ich hatte mir zwar die ganze Zeit vorgenommen, hier etwas reinzuschreiben, allerdings ist es aus Faulheit nie dazu gekommen.


Schule

Ende Januar hat die Schule wieder angefangen (neues Schuljahr, bin jetzt ist "Year 12", ABI-Klasse) und ich habe einen neuen Stundenplan mit neuen Füchern.



Zwischen der 4. und der 5. Stunde ist Mittagspause, die eine 3/4 Stunde lang ist.
Design + Technology ist das Fach, das ich schon letztes Jahr hatte, bei dem man die meiste Zeit an Webseiten arbeitet. Das Fach wird übrigens auch Communication Products genannt.
PLP ist was letztes Jahr Coaching hiess. Kurz gesagt: Alle Schüler der selben Jahrgangsstufe treffen sich, die Lehrer machen Ankündigungen und anschliessend geht jeder zu seinem "Coach-Lehrer" wo dann einige Themen nochmals in kleineren Gruppen (5-15 Personen) besprochen werden.

Fotografie ist ein neues Fach, welches supertoll ist. Ich bekomme Ausrüstung von der Schule (eine zweite Pentax-Kamera und zwei Objektive) bekomme und ich dann auf Kosten der Schule Fotos machen kann und diese dann auch entwickeln kann. (Ja, ihr habt richtig gehört - ich mache Film-Fotografie)
Broadcasting + Multimedia ist das andere neue Fach, welches ich "geniesse". Es beinhaltet alles von Filmen über Filmmusik und Soundtracks zu Bearbeitung. Hier machen wir gerade Kurzgeschichten über sich selbst. Ich lade mein Video vielleicht hoch, wenn es fertig ist...

Obwohl ich im Abiturjahrgang bin, kann ich von Abiturstress hier nichts fühlen. Mit ein wenig Disziplin und Aufpassen im Unterricht braucht man hier so gut wie nichts zu machen. Ab und zu mal gibt es kurze Aufgaben von ein bis zwei geschriebenen Seiten, die man allerdings meistens noch in der Schule fertigstellen kann.


Für die Schule

Ich habe einen Job von der Schule bekommen:
eine Flash-Animation herzustellen, die dann bei Präsentations-Nächten und auf der Webseite sowie in den "Digital Year 12 Yearbooks" verwendet wird. Es ist eine Animation des Schul-Logos, welche den Ursprung des Logos erklärt (den sonst kaum jemand kennt). Ihr könnt die Animation hier ansehen:
http://rafaelklaus.deviantart.com/art/C ... n-77958427

Weil diese Animation der Schule so gut gefallen hat, habe ich anschliessend gleich den nächsten Job bekommen: Das komplette "Digital Year 12 Yearbook" herzustellen. Und die Ideen kommen schon...

Ich werde übrigens für meine Arbeit auch bezahlt, allerdings in Gutscheinen, weil die Schule mir persönlich kein Geld geben darf.


The Game



Gestern Abend von 7:00 bis 9:30 war in Alice Springs die Attraktion des Jahres: Ein AFL (Australian Football League) Spiel. Gespielt haben die Eagles und die Blues. Um meine Australische Erlebnisse zu vervollständingen, musste ich mir natürlich das Spiel ansehen. Ich habe dort auch einige Fotos geschossen.





Das Spiel an sich war eigentlich recht langweilig, und von Stimmung kann ich auch nur wenig berichten. Ich hatte eine Stimmung wie bei einem Fussballspiel in Deutschland erwartet, aber damit war wohl nichts. Ich hatte den Eindruck, dass die meisten Leute gar nicht mal das Match angeguckt haben, da es sehr wenig Interaktion vom Publikum gab (keine "Buuuuh!" oder "Och!" oder irgendwas dieser Art). Ausserdem wurde der Beginn des Spiels schlecht angeküdigt: Ich habe nicht einmal mitbekommen, wann es angefangen hat. Auf einmal sehe ich dann einige Spieler in meine Richtung rennen mit einem Ball in der Hand, und ich dachte es wäre irgendwie eine Aufwärm-Runde.

Ausserdem würde ich AFL-Spieler als Schwächlinge bezeichnen: Es gab um die 4 Pausen im Spiel, oft wurde noch kurz mal eine Pause irgendwo eingelegt und die Spieler konnten während des Spiels einer Person zuwinken, die dann aufs Feld gerannt ist und denen Wasserflaschen gegeben hat. Und alle Spieler hatten während des Spiels Wasserflaschen an deren Hosen befestigt.

Was ist das? Fußballspieler halten aber länger aus!
Und es war nicht einmal heiß. Es war ja abends, und am Ende war sogar eine kühle Brise.






Freizeit

Heute gibt es noch ein Konzert mit ungefähr 10 Bands aus Alice Springs für einen Lehrer der Universität, der Ende letztes Jahres Krebs bekommen hat und nun wahrscheinlich noch dieses Jahr sterben wird. Er war der alte Broadcasting + Multimedia Lehrer.

Er ist momentan in Sydney und macht alle möglichen, teils auch experimentelle, Therapien. Allerdings wird der Krebs nicht mehr gestoppt oder entfernt werden können, höchstens verzögert. Der heutige Abend ist ihm gewidmet und es wird Geld gesammelt um seine Operationen zu ermöglichen. Ausserdem möchte man ihm zeigen, dass Alice Springs nicht einfach wegschaut. Er wird ein Video vom Abend zusammen mit den Spenden erhalten.


Zukunft (Osterferien)

In den Osterferien führt meine Familie nach Neu-Seeland. Es ist ein urlaub, der vor zwei Jahren gebucht wurde und dann verschoben wurde. Allerdings darf ich aus Visa-technischen Gründen das Land nicht verlassen und ausserdem gibt es auch gar keine Tickets mehr. Daher musste etwas für mich organisiert werden. Meine Familie hat jetzt beschlossen mich alleine im Haus zurückzulassen für die zwei Wochen. Dann kann ich nach den Hunden und den Hühnern sehen. Ausserdem werde ich einigen Freunden bescheid sagen, und dann mit denen Sachen unternehmen.

[ Kommentar hinzufügen ] ( 105 mal angeschaut )   |  $star_image$star_image$star_image$star_image$star_image ( 3.1 / 413 )
BG electrical 
Ich habe heute bei der Firma meines Gastvaters, BG electrical, gearbeitet.

Als ich heute morgen um acht mit Bill losgefahren bin, hatte ich noch keine Ahnung was wir machen würden. Auf dem Weg hat er mich dann aufgeklärt: Etwas ausserhalb von Alice Springs ist ein Gebiet, wo Häuser gebaut werden, die dann anschliessend tiefer ins Outback gebracht werden. Wir haben uns um einen Klassenraum gekümmert, der später für eine Aboriginal-Community "out bush" ist. Wir haben also Kabel verlegt, Decken-Ventilatoren und Neonröhren installiert, die Notausgangsschilder montiert und eine lange Wand lang eine Leiste mit Steckdosen und Netzwerk-Dosen verlegt.

Um drei Uhr war dann Feierabend, und um halb vier war ich wieder zu Hause.

Bills Angestellte und Auszubildende waren mir gegenüber sehr nett, und gemeinsam ist der Tag recht schnell vergangen. Es war anfangs etwas seltsam ein Haus zu betreten, das in zwei Hälften getrennt werden kann und anschließend woanders stehen wird.

Auf der Baustelle, auf der wir gearbeitet haben, waren noch dutzende andere Arbeiter, die noch dutzend andere Häuser gebaut haben, alle zum späteren Transport.

[ Kommentar hinzufügen ] ( 90 mal angeschaut )   |  $star_image$star_image$star_image$star_image$star_image ( 3 / 378 )
Sommerferien, Weihnachten und Neujahr 
Ich bin heute wieder in Alice Springs angekommen.
Seit dem letzten Eintrag im Blog hat meine Kamera weitere 500 Fotos leiden müssen, ich habe Australien nochmals von anderen Seiten gesehen und neue Kontakte geknüpft.

Es ist schwierig hier alles reinzuschreiben, aber einen Versuch ist es allemal wert.


ETAPPE 1 - Cairns

Zuerst bin ich nach Cairns geflogen (mit meiner Familie). Wir sind im Holiday Inn geblieben. Das Zimmer habe ich mir mit Liam und Peter geteilt. Die Mädchen und meine Gasteltern hatten jeweils separate Räume.





Ich habe Cairns größtenteils selbst erkundet. Ein langer Spaziergang der Küste entlang hat mir die wichtigsten Sachen der Stadt gezeigt. Da der Strand sich zum Baden nicht eignet, und es ausserdem noch Haie gibt, gibt es ein riesiges Freibad, welches man direkt vom Fußgängerweg erreichen kann. Kein Zaun, nichts - völlig kostenlos. Wenn man an den ganzen Touristen-Läden vorbeiläuft fühlt man sich oft eingedrängt, weil einfach so viele Leute um einen herum sind. Eines der kleinen Cafés hat sogar eine Küche, in die man von der Strasse hereinsehen kann. Direkt am Fenster steht ein Bäcker und formt den Teig. Ein schönes Bild. Am Ende der schmalen Küstenstraße ist ein wunderschöner Hafen. Man konnte Stundenlang dem Wasserverkehr, den Leuten und den Vögeln zusehen.

Am Abend des ersten Tages gab es dann am Strand auch eine kleine Demonstration von Künstlern. Fünf oder sechs Künstler jonglieren mit Feuer.

Die Luft riecht nach Meersalz, und eine konstante, kühle Brise weht.

In Cairns habe ich eine Freiheit gefühlt, die ich nie vorher erlebt habe. Es war ein Gefühl von Ungebundenheit. Dieses Gefühl überkam mich während einer der Spaziergänge. Keine Familie, niemand den man kennt, Fern von zu Hause, keine Verpflichtungen, keine Schule - nichts.



An Tag 2 fahren wir mit "Quicksilver" raus zum Great Barrier Reef, um dort zu schnorcheln. Ich habe mir im Vorhinein natürlich eine Unterwasser-Kamera besorgt.
Das Korallenriff ist nicht besonders tief, an manchen Stellen ist es um die 2 bis 3 Meter tief, an manchen nur 10 cm. Beim Schnorcheln muss man sehr vorsichtig sein, das Riff nicht zu beschädigen. Es bietet sich einem ein unvergleichliches und einzigartiges Bild. Fische - klein bis gross - schwimmen in Front einer Farbkulisse, bestückt mit nie gesehenen Pflanzen. Man konnte sogar Unterwasserschildkröten sichten. Vier Stunden vergehen wie im Flug, und am Ende des Tages bleibt einem alles wie Erinnerungen an einen Traum im Kopf hängen.


ETAPPE 2 - Caloundra (Brisbane)


Nach Cairns bin ich nach Brisbane geflogen. Von Brisbane haben mich dann Dylan, 19, und Amy, 16, abgeholt, um mich nach Caloundra zu fahren. Ein Freund meiner Schwester war so nett mir eine Unterkunft bei Freunden zu organisieren (herzlichen Dank nochmals, Austin!). Aber letztendlich bin ich dann doch nicht bei denen geblieben, sondern bin bei Amy und Dylan gelandet, welche Verwandte von meiner eigentlichen Übergangsfamilie sind.
In Caloundra bin ich für Weihnachten und Neujahr geblieben, und habe es am 2. Dezember dann auch wieder verlassen.
Dylan und Amys Wohnung war nur fünf Minuten vom Strand entfernt, aber mit baden oder surfen war nichts: Die Sonnenscheinküste bietet nämlich nichts ausser Regen und Sturm. Es war ein so grosser Sturm, dass die Strände geschlossen geblieben sind, und bei beinahe sogar acht Rettungsschwimmer ertrunken wären. Ausserdem wurde grosse Teile der Strände durch Erosion ins Meer getragen.
An Weihnachten, oder besser gesagt am 24. Dezember, war ich dann bei meiner eigentlichen Übergangsfamilie, Nerida und Scott, die um die 20 Verwandte eingeladen hatten. Es gab ein riesiges Mittagessen zusammen - im Freien bei 30 Grad Celsius.
Am 25. (morgens) war ich dann wieder bei denen, und es wurden Geschenke ausgepackt. Ich habe Scott und Nerida eine Sammlung von Naturseifen mit Wüstenpflanzen-Duft gegeben, zusammen mit einigen Wohlfühl-Kerzen. Im Austausch habe ich ein Strandtuch mit der Australischen Flagge bekommen. Ausserdem noch Haribo-Süßigkeiten und eine Geldbörse. Diese waren von Verwandten meiner Familie (, die ich nicht kannte). Die Haribo-Süßigkeiten wurden mir mit dem Kommentar "Ich habe sie in einem Laden gefunden und dachte das wäre was fuer dich, falls du dich nach Deutschen Süßigkeiten sehnst" überreicht. Man bekommt hier eigentlich nämlich kein Haribo...
Ausserdem hat mir mein Vater vor meiner Abreise noch ein riesiges Buch über Fotografie geschenkt.
Am Abend dieses Tages gab's dann nochmals ein riesiges Abendessen bei der Oma von Amy mit allen Verwandten meiner Gastfamilie.

Amy und Dylan haben übrigens an einem Original Mini geschraubt, während ich da war. Es soll Amys Auto werden. Sie haben einen alten Mini gekauft, und bauen dort den Motor eines fahrtüchtigen anderen Minis ein. Als ich da war haben wir den Motor aus dem fahrtüchtigen aber verrotteten Mini herausgenommen, gesäubert, neu angestrichen und in den anderen, nur aus Karosserie bestehenden Mini geschraubt.
Der kleine rote Mini sieht recht putzig aus.

Dylan besitzt übrigens einen alten BMW mit einer, äh, schwer defekten Getriebe-Box (welches dazu führt, dass manchmal ein Gang nicht recht rein will und man dann in Neutral fährt und die Hinterräder hin- und herschlittern). Sehr -- abenteuerlich.

Sylvester bestand nur aus Fernsehen. Feuerwerke wurden wegen des Sturms abgesagt, allerdings letztendlich doch gestartet. Aber alle Festivitäten am Strand wurden auf "Australia Day" verlegt.


ETAPPE 3 - Sydney

Das letzte Ziel meiner Ferien wahr schliesslich Sydney. Dort war ich beim Vater meiner Gastmutter, Richard, untergebracht. Dort war ich drei Tage alleine, bis meine Familie dann nachgekommen ist.
Richard lebt mit seiner Lebensgefährtin Doreen in Clontarf, welches ausserhalb von Sydney ist. Man muss von Syndey mit der Fähre nach Manly fahren.

In Sydney habe ich die Innenstadt, Chinatown, The Rocks und den Hafen erkundet. Sydney ist eine sehr auseinendergezogene Stadt. Die Innenstadt ist riesig und hat fünf oder sechs Einkaufszentren. Jedoch ist es sehr schwer etwas zu finden, ohne kilometerweit zu laufen.

In Chinatown habe ich unter anderem das Powerhouse Museum erkundet, welches einige interessante Ausstellungen beinhaltet, darunter Fortbewegungsmittel und das digitale Zeitalter (Computer und Roboter sowie Zukunftsenergie). Der Eintritt war für mich kostenlos, da ich die Jahreskarte meiner Gastmutter hatte. Allerdings habe ich diese nicht einmal zücken müssen, da ich unbemerkt an den Wachen vorbeigelaufen bin. Zu meiner Verwunderung haben die mich nicht bemerkt... (sowas gefällt mir). Im Powerhouse Museum habe ich mich über drei Stunden aufgehalten, weil es einfach so komplex ist.
Ich bin übrigens nochmals einige Tage später mit meiner Familie hergekommen um eine Ausstellung über Prinzessin Diana zu besuchen.

Am Hafen Sydneys gibt's natürlich Harbour Bridge und das Opera House zu sehen, welches allerdings sehr klein ist. Ich hatte mit einem größeren Gebäude gerechnet.







The Rocks ist ein altes Stadtviertel mit älteren Häusern.
Es ist direkt am einen Ende der Harbour Bridge.
Mit der Fähre bin ich auch zum Luna Park geschippert, ein Freizeitpark mit kostenlosem Eintritt (man bezahlt pro Fahrt). Sehr klein und nicht wirklich mein Ding.

Ausserdem habe ich noch den wundervollen botanischen Garten gesehen, der mit seiner Blütenpracht mitten in der Stadt glänzt.

Ich habe nach Ankunft meiner Familie in Sydney mit denen nochmals Weihnachten gefeiert, und jedes der Kinder hat von mir ein Geschenk bekommen (und natürlich auch die Eltern). Ich habe ein Spiel, einige Magneten und eine DVD bekommen. Eine weitere DVD muss erst noch wieder gefunden werden, sie ist irgendwo im Gepäck. Und ausserdem erwartet mich hier in Alice noch ein weiteres Geschenk.

Kate, die Anfangs Probleme mit mir hatte (sie hat nie was gesagt, ich habe sie aber am ersten Tag mit Bill reden hören, dass sie sich unwohl fühlt über die Situation) hat sich jetzt komplett verändert. In den folgenden Wochen nach der Konversation mit Bill hatten sich die Sachen zwar schon geändert, aber jetzt bin ich völlig in die Familie eingegliedert und alle scheinen mich zu mögen.

Bei Richard waren wir im Unteren Stockwerk des Hauses untergebracht. Neben einer kleinen Bar hatte es auch noch einen Billardtisch und einen alten Einarmigen Banditen zu bieten. (Und Kricket, Golf und Baseball Ausrüstung)

Ich bin, wie vorher schon gesagt, erst heute in Alice Springs angekommen, und heute ist auch noch Kates Geburtstag. Sie ist heute 13 geworden.

Viele Grüße!
Euer Raf :P

[ Kommentar hinzufügen ] ( 73 mal angeschaut )   |  $star_image$star_image$star_image$star_image$star_image ( 2.9 / 175 )

<<Anfang <Zurück | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | Weiter> Ende>>